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Donnerstag, 16. Januar 2014

Rituale & Stress

Wie ja bereits gestern schon erwähnt, befinde ich mich bis morgen 11 Uhr im Lernstress. Dann ist die Klausur vorbei und mein Leben wieder normal. Lernphasen sind bei mir Ausnahmezustände im schlimmsten Sinne des Wortes. Ich bin gestresst. Ich hab mich früher in Lernphasen nur von kinder schokolade und Tiefkühlpizza ernährt und literweise Cola getrunken. Zum Ausgleich hab ich dann auf dem Fahrrad oder dem Eliptical im Fitnessstudio weiter gelernt. Beim Friseur saß ich auch schonmal mal mit allen Büchern. Heute nach der Arbeit erreichte mein Stresslevel seinen Höhepunkt. Bekämpfen konnte ich's - wie alles Stressige, Negative - mit ner Stunde HipHop tanzen und netten Gesprächen. Zu Unizeiten hatte ich ziemlich feste Rituale in der Lernphase wie auch vor der Klausur.
In der Lernphase habe ich im Sommer in den Lernpausen immer Tour de France geguckt, weil man da so super bei Schlafen kann. Im Winter hab ich eher mit anderen zusammen gelernt. Sport war immer wichtig, aber im Endeffekt hab ich immer ein Buch dabei gehabt und konnte selten zu 100% abschalten. Das hat sich jetzt wiederholt. 
Am Abend vor der Klausur wurde noch ein letztes Mal durch die Unterlagen geguckt, gebetet :-) und dann ins Bett gegangen (das läuft heute auch so). Morgen früh werd ich extrem nervös zur Uni fahren nachdem ich gut gefrühstückt habe und mir immer wieder selbst sagen, dass ich das voll im Griff hab. Irgendein Gute-Laune-Lied auf dem iPod (früher Autoradio) auf repeat wird auf dem Weg zur Uni laufen und ich werden meinen Lucky Sweater tragen (wie damals). Der Stress baut sich ab, wenn ich die ersten Antworten weiß. Ich bin bisher noch nie durch eine Klausur gefallen, ich hab leise Befürchtungen, dass es morgen soweit sein kann. 

Was ich mich aber im Zusammenhang mit diesem ganzen Stress gefragt habe ist: Warum haben Menschen vor anstrengenden Situationen Rituale?
http://www.aponet.de/aktuelles/forschung/rituale-foerdern-konzentration.html
Rituale senken Stress, weil sie dem Gestressten das Gefühl geben, die Situation durch bereits Bekanntes, Gewohntes besser unter Kontrolle zu haben. Sie erhöhen zudem die Konzentration, da der Körper weiß, dass eine Phase der Anstrengung bevorsteht und er sich so drauf vorbereiten kann. 

Die Sache mit dem lucky sweater ist kein Ritual, sondern purer Aberglaube. Im Grundstudium war ich nicht soooo gut (2.7) und die erste Hauptstudiumsklausur lief auch nur so lala (3.0), danach trug ich das Sweatshirt und die Noten wurden besser und selbst schwierige Klausuren liefen sehr gut. 

Ich hoffe also auch morgen wieder darauf, dass mein Kopf funktioniert, die richtigen Fragen kommen und das Sweatshirt seine Magie nicht verloren hat. 

Montag, 23. Dezember 2013

Weihnachten - Stress in da House

Weihnachten ist die Zeit in der ich mich wie der Grinch fühle. Das einzig Positive sind die freien Tage.

Wenn man im Internet Weihnachtsstress googelt findet man endlos Tipps, wie man ohne Stress durch die Weihnachtszeit kommt. Die Tipps sind alle ziemlich bescheuert, denn da stehen so Sachen wie "frühzeitig Geschenke kaufen". Mein Gott, ein super Tipp, wer hätte das gedacht. Mein Tipp ist, einfach mal ne Runde alleine was zu machen (Sport oder so) um Abstand zu gewinnen. Weihnachtsgeschenke kann man online kaufen und anstelle von ein aufwendiges Essen zu kochen (früher Kartoffelsalat mit Bockwürstchen) lieber etwas kochen, was auch eine 5jährige machen kann (heute: Käsefondue)

Weihnachten bei mir läuft übrigens seit einigen Jahren immer gleich ab. Wir essen irgendwann und danach beginnt der Actionfilm Marathon mit meinem Vater. Er darf sich jedes Jahr drei Actionfilme aussuchen, die er noch nicht gesehen hat, die leih ich dann in der Videothek und dann wird den ganzen Abend auf der Couch gechillt. Dabei laufen immer so besinnliche Filme wie The Expendables, Die Hard 4 oder auch der letzte Rambo. Unglücklicherweise sucht sich mein Vater auch ab und zu den absoluten Mist aus und will z.B. The Avengers gucken. Noch dramatischer ist die Tatsache, dass er nach 10 Minuten Film gucken auf der Couch einschläft mit der Katze auf ihm drauf und ich alleine den grössten Mist gucken muss.

Einen Weihnachtsbaum haben wir sehr zu Pinkys Leidwesen seit letztem Jahr abgeschafft. Sie hatte grosse Freude daran die Weihnachtskugeln abzuräumen und unter dem Schrank zu bunkern. Aber sie bekommt auch dieses Jahr wieder eine Klorolle zum Zerlegen geschenkt.

Jede Familie hat also ihre Weihnachtstradition. Unsere ist überhaupt nicht mehr besinnlich und wenn es nicht für Pinky wäre, würden wir vielleicht sogar Weihnachten in Miami am Strand feiern.

Montag, 9. Dezember 2013

Home, sweet Home Office

Heute arbeite ich von zu Hause. Das hat keinen speziellen Grund, aber ich muss immer wieder feststellen, dass ich zu Hause deutlich strukturierter und konzentrierter arbeite als im Büro. Ich gebe nicht mir, sondern dem Grossraumbüro die Schuld. Verfechtern von Grossraumbüros (die wahrscheinlich nicht in einem sitzen) die meinen, dass man dadurch mehr kommuniziert und deshalb effizienter arbeitet sei gesagt: "Ihr habt sie wohl nicht mehr alle"
Gründe, die ganz klar gegen Grossraumbüros sprechen:

  • Ich bin kein Morgenmensch. Morgens schon dem Terror der gut gelaunten Kollegen ausgesetzt zu sein, ist für mich genau das - Terror. Da sind die ersten schon morgens am Telefonieren und reden laut über irgendeinen Mist.
  • Ich bin dankbar für jede Ablenkung. In meiner ersten Beurteilung in der Grundschule stand, dass ich mich schnell ablenken lasse. Dieses Problem zog sich durch meine komplette Schulzeit und nahm teilweise extreme Ausmasse an. Im Studium wurde es besser, denn das was da vorne passierte interessierte mich in 80% der Fälle und es war fast alles klausurrelevant - also nahm das Quatschen, Briefchen schreiben, Texten ab. Im Job wechselte ich vom Einzelbüro in ein Dreier-Büro, dann wieder in ein Einzelbüro und jetzt in die Grossraumhölle. Einzelbüros sind super, wenn man die Tür auflassen kann und die Kollegen dann immer mal zum Quatschen vorbeikommen. Im Grossraumbüro gibt es einfach zu viele Dinge, die mich ablenken. Telefonate, Diskussionen, Meetings, Kollegen, die eine Rauchen gehen, Kollegen, die nen Tee wollen (Gruss an Nicole & Silvan). 
  • Nervige Angewohnheiten: Ich tu mich recht schwer damit, wenn Leute irgendwelche Ticks haben, die mich irritieren. Das muss nichts schlimmes sein, aber schon Selbstgespräche können ganz schön stressen, wenn man denkt die Person redet mit einem und man fragt dann immer nach.
  • Leute, die ständig vorbeilaufen. Ja, das ist bei uns so. Irgendwelche Deppen latschen vorbei und machen Krach. Man fühlt sich exponiert, weil die teilweise auf die Tische und Bildschirme gucken. Früher konnte ich in Ruhe die Füsse bei nem Call hochlegen und die Türe zu machen, heute sieht jeder wenn ich mich entspannt hinsetze (was übrigens nur gesund für die Venen ist).
  • Privatsphäre: Früher konnte ich beim Lästern ;) oder Dampf ablassen wenigstens die Türe zu machen, bis alles gesagt war oder ich wieder entspannt war. Heute hab ich keine Zeit mich abzureagieren oder einfach mal meine Gedanken auszusprechen. Es sei denn der ganze Flur kann es mitbekommen (was mir fast immer egal ist)
Wissenschaftler sehen das übrigens ähnlich wie ich. Ich arbeite also heute von zu Hause. Es ist 11:30 und meine To Do Liste abgearbeitet. Ich bin grosser Fan von Effizienz, weil man so seine Lebenszeit nicht mit Scheisse verschwendet, sondern mit Dingen, die einem Spass machen. Das Grossraumbüro ruiniert das aus meiner Sicht total.
So, Mittagspause - Ab auf die Terrasse. Grüsse aus der Sonne.